Zurück in die Bronzezeit – BronzeFill von ColorFabb

ColorFabb BronzeFill 3Bisher waren metallische Ausdrucke eigentlich nur von recht teuren Druckdienstleistern, wie zum Beispiel Shapeways zu beziehen. Die heimischen FDM-Drucker konnten bislang eigentlich nur die herkömmlichen PLA oder ABS Kunststoffe verarbeiten, wenn man mal von den Spezialfilamenten wie LayWood, LayBrick oder auch WoodFill absieht.

Ein Experte auf dem Gebiet der Spezialfilamente ist mit Sicherheit das niederländische Unternehmen ColorFabb, die unter anderem auch das hervorragende WoodFill Filament herausgebracht haben. Auf der FabCon in Erfurt konnte ich allerdings einen ersten Blick auf ein sehr interessantes Spezialfilament werden, dem BronzeFill. Wie der Name schon sagt besteht das Filament zu 80% aus Bronzepulver und bringt auch die entsprechenden Eigenschaften mit sich. Das heißt es ist gut 4x schwerer als herkömmliches PLA und überzeugt durch seinen unnachahmlichen Glanz, der allerdings erst entsteht wenn das Objekt entsprechend poliert und bearbeitet wird, dazu aber später noch ein paar Hinweise.

Wir haben das Filament gleich im Mai vorbestellt und konnten nun als einer der ersten das fertige Filament ausgiebig mit dem Ultimaker 2 testen. Die ersten Drucke haben wir mit den regulären Standardeinstellungen für PLA erstellt und hatten allerdings ein paar Probleme bzgl. der Förderung vom Filament, bzw. einer verstopften Druckdüse.

ColorFabb hat auf seiner Homepage nun ein paar empfehlenswerte Einstellungen veröffentlicht, die jeweils für den Ultimaker Original, Ultimaker 2 und MakerBot Replicator 2 erstellt wurden. Allerdings haben wir diese Einstellungen nur zum Teil übernommen und haben dennoch sehr gute Ergebnisse erzielen können.
Der Knackpunkt bei dem Druck von BronzeFill liegt unserer Meinung nach hauptsächlich bei der etwas höheren Temperatur (220° statt regulär 210°) und einen etwas höheren Materialfluss (Material Flow), der bei 106% bis 108% liegt. Also lediglich 6% – 8% höher als normal. Die von ColorFabb empfohlene Schichthöhe von 0.2mm empfinden wir als zu hoch und hat zur Folge das die Nachbearbeitung mit Hilfe von Schleifpapier etwas zeitaufwendiger ist. Wir haben sehr gute Ergebnisse bei einer Schichthöhe von nur 0.08mm erzielen können, wobei eine Nachbearbeitung mit verschiedenen Schleifpapieren eigentlich komplett wegfällt und feinere Details beim Druck erhalten bleiben.

ColorFabb BronzeFill 4

Wie man auf dem Bild sehen kann, hat dieser Ring noch nicht viel mit dem vom oberen Bild gemeinsam.

Der bekannte Bronze-Effekt, also der typische Glanz lässt sich erst durch das Polieren vom Objektes herstellen. Und hier gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Methoden. ColorFabb empfiehlt zum Beispiel als ersten Schritt das Schleifen des Objektes mit verschiedenen Stärken von Schleifpapier, also angefangen mit einer recht groben (80-120) Körnung um grobe Unebenheiten abzuschleifen. Danach wird eine etwas feinere (240-320) Körnung empfohlen um die einzelnen sichtbaren Schichten vom Druck zu „verschmelzen“. Diesen Schritt könnte man sich quasi mit einer hohen Auflösung von z.B. 0.08mm sparen, da hier die einzelnen Layer (Schichten) eh mit dem bloßen Augen nicht mehr zu sehen sind.
Nach diesem Arbeitsschritt sollte jetzt ein sehr feines Schleifpapier (600-1000) verwendet werden, um das Objekt glatt zu bekommen und um die einzelnen Bronzepartikel besser zur Geltung kommen zu lassen. Allerdings muss bei dem Schleifvorgang penibel drauf geachtet werden nicht zu stark zu schleifen, da sich dieses Filament sehr einfach schleifen lässt und so natürlich auch jeden Fehler bestraft.
Den Abschluss bildet eine Bronzepolitur aus dem Supermarkt, die dem Objekt das perfekte Finish gibt und es unnachahmlich glänzen lässt.

Das war jetzt allerdings nur ein Weg um das Objekt entsprechend zu veredeln. Wir nehmen nach dem Druckvorgang eigentlich nur herkömmliche Stahlwolle um die Bronzepartikel freizulegen und polieren es danach mit einem speziellen Poliertuch für Bronze/Kupfer nach. Das Ergebnis ist unserer Meinung nach genauso gut wie der zuvor beschriebene Weg, allerdings nicht so zeitintensiv.
Als Beispiel hier drei Bilder von einem Ring, den wir zuvor in ZBrush erstellt und mit 0.08mm ausgedruckt haben.

iGo3D

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