FaceScan – Wandstärke ändern

Seit einigen Tagen gibt es App „FaceScan“ exklusiv für das iPhone X im App Store zum Download. Die derzeit wohl am häufigsten gestellte Frage ist die, nach der Wandstärke des exportierten 3D-Files.

Da der Tiefensensor bei dem Gesichts-Scan auch wirklich nur die Oberfläche erfasst, fehlt dem exportierten Gesicht natürlich auch die entsprechende Tiefe. Wird die STL Datei in den Slicer geladen, wird es zu 100% nicht druckfähig sein. Für einen 3D-Druck muss also die Wandstärke noch etwas modifiziert werden. Das kann einerseits mit einer kostenpflichtigen Software wie ZBrush erledigt werden, oder auch ganz einfach mit dem kostenfreien Blender. Diesen kurzen Workflow mit Blender möchte ich hier erläutern:

Blender ist eine unwahrscheinlich komplexe 3D-Software, die es hier kostenfrei zum Download gibt.
Nach der Installation und dem Start von Blender kann der automatisch eingeblendete Würfel mit der Taste „entf.“ gelöscht werden.

Als nächstes laden wir uns die gespeicherte STL Datei in Blender, das geschieht mit der Import Funktion. 
Ist die STL Datei nun in Blender importiert kann diese mit Hilfe der „Scale“ Funktion auch gleich etwas größer erstellt werden. Die Scale Funktion befindet sich auf der rechten Seite und wird versteckt sich unter dem kleinen orangenen Würfel in der Menüleiste. Der Wert 10 auf jeder Achse gibt uns schon ein gutes Ergebnis raus.

Kommen wir auch schon zum wichtigsten Punkt, der Wandstärke. Hierfür muss der sogenannte „Solidify“ Modifier geladen werden. Klingt kompliziert, ist aber ein Kinderspiel:

In der Leiste wo sich auch der orangene Würfel befindet, ist auch ein Schraubenschlüssel zu erkennen. Dort draufklicken und es öffnet sich der Modifier Reiter. Ein weiterer Klick auf diesen Button öffnet uns die verschiedensten Modifier, wo wir uns für den „Solidify“ entscheiden (unter Generate).

Nach dem Klick auf Solidify ändert sich auch schon die Wandstärke unseres Scans. Erfahrungsgemäß ist diese jetzt aber noch zu dick und kann mit dem Schieberegler „Thickn“ justiert werden. Ein Wert von 0.0010 bringt schon gute Ergebnisse. 

Der finale Punkt ist dann schon der Export der modifizierten STL File in ein beliebiges 3D-Format und dem 3D-Druck steht nichts mehr im Weg.

FaceScan ist derzeit nur für das iPhone X erhältlich, da es den verbauten Tiefensensor für den 3D-Scan verwendet. 

iGo3D