Erfahrungen mit ABS Druck

Nachdem wir über Wochen eigentlich nur mit PLA Filamenten gedruckt haben und die unterschiedlichsten Probleme mehr oder weniger schnell gelöst haben, begannen wir endlich die ersten 3D-Objekte aus ABS herzustellen.

Nach dem ersten Objekt, das wir (leider) mit einer modifizierten Standardeinstellung des Ultimaker 2  gedruckt hatten, mussten wir feststellen das sich ein Druck mit ABS Filament grundlegend zu einem mit PLA unterscheidet.

Während ein PLA Objekt mit 210° Grad, meisten sogar eher weniger, gedruckt wird, ist für ABS schon 260° Grad erforderlich. Auch die Lüfteransteuerung ist bei PLA anderes geregelt, so laufen während dem Druck die Lüfter nur mit 50% Geschwindigkeit. Theoretisch können die Lüfter auch ganz ausgestellt werden. Optimal wäre für den perfekten Druck mit ABS natürlich auch noch ein beheizter Druckraum (circa 60°). Neben der idealen Drucktemperatur wäre mit dem beheizten Druckraum auch eine optimale Haftung auf dem Druckbett möglich. Selbst Kapton oder ähnlicher Kleber auf dem Heizbett wäre somit hinfällig und das Warping wäre endgültig passé.

Das Problem eines beheizten Druckraums ist nur folgendes, offiziell wird es solch einen komplett geschlossenen Druckraum in naher Zukunft kaum geben. Hierfür sind die Lizenzen für diese Bauart leider eindeutig geregelt.
Folglich bleibt nur die Möglichkeit sich selbst seinen 3D-Drucker zu verschliessen. Im Prinzip ist das auch nicht unbedingt unmöglich, ideal wäre hier eine Lösung mit Plexiglaswänden. Findige Bastler haben schon diverse Lösungen im Internet gepostet.

Aber auch ohne dieser idealen Lösung mit dem beheizten Bauraum ist es möglich sehr gute Objekte aus ABS zu drucken.
Im Falles des Ultimaker 2 müssten quasi nur die Standardeinstellungen benutzt werden, diese sind dermaßen gut für den Ultimaker 2 abgestimmt, so das eigentlich nur noch die Druckumgebung entsprechend angepasst werden sollte.
Es sollte zum Beispiel beachtet werden das der 3D-Druck nicht unter einem geöffneten Fenster gestartet wird. Speziell im Winter ist die kalte Luft aus dem Fenster für den Druck sehr problematisch und kann den Druck durch zu schnelles abkühlen schlimmsten Fall zerstören.

Wie man auf dem Bild sehen kann sind in unregelmäßigen Abständen kleine Spalten zu sehen, das könnte zum Beispiel auf ein vorschnelles Abkühlen deuten. Aber auch eine langsame Filamentzuführung kann die Ursache sein, die allerdings recht gut mit einer etwas langsameren Geschwindigkeit reguliert werden kann. Wir drucken übrigens PLA wie auch ABS Objekte mit relativ langsamen 50mm/s und regulieren je nach Filament während dem Druck mit Hilfe des Controllers auf 80% herunter.

Das folgende Objekt wurde übrigens mit genau diesen Einstellungen gedruckt und wie man sehen kann, sind die Probleme des ersten Druck nicht wieder aufgetreten.

Die Dämpfe bei einem ABS Druck sollten nicht unterschätzt werden. Aktuelle Untersuchungen haben gezeigt das selbst die PLA Dämpfe nicht sonderlich gesund sind. Dämpfe von ABS dürften hingegen wirklich gesundheitsschädlich sein, allein der Geruch beim drucken lässt diese Vermutung zu. Leider gibt es noch keine offiziellen Werte und Langzeitmessungen für diese Problematik, bis die ersten Zahlen und Einschätzungen kommen, sollte vorsichtshalber immer in einem gut gelüfteten Raum gedruckt werden. Auch wenn es hier wie angesprochen zu Problemen beim Druck kommen sollte, die Gesundheit geht in diesem Falle vor.

iGo3D

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