Die Print3DFuture in Wien – Nachbericht zur 3D-Druck Konferenz

Print3DFuture

Die Print3DFuture, die erste Konferenz für den 3D-Druck und 3D-Scan in Wien ist zu Ende.

Dank der freundlichen Unterstützung von der Firma coobx Ag in Liechtenstein, dem ersten 3D-Drucker Fachgeschäft in der Schweiz/Liechtenstein, konnten wir dieser Konferenz einen Besuch abstatten und erlebten sogar einige interessante Premieren im 3D-Scan Bereich.

 

Die Aussteller auf dieser eintägigen Messe (es hätten ruhig zwei werden können) waren zwar überschaubar, aber so hatte der Besucher auch ausgiebig Zeit sich mit den unterschiedlichen Marken und Produkten zu beschäftigen.
Auch aus Wien waren einige Aussteller anwesend, wie zum Beispiel der Andreas Schwirtz/fabberlounge, Bernhard Mayrhofer/virtumake, Helmut Eder von 3D Druck Wien und der 3dee Store aus Wien.
Natürlich durften auch bekannte Druckerhersteller wie MakerBot nicht fehlen, die leider nur die „älteren“ Modelle verfügbar hatten. Wir hatten uns insgeheim ja auf die neuen MakerBot Replicator Modelle gefreut, war aber vielleicht ein wenig zu optimistisch gedacht.
Auch 3D Systems war durch den Reseller Tigal vertreten.

Im Prinzip lag unser Hauptaugenmerk aber auf den 3D-Scannern, genauer gesagt auf die mobilen 3D-Scanner. Hier hatte der Stand von coobx zwei hochkarätige Produkte am Stand, für die sich schon der ganze Messebesuch gelohnt hat. Zum einen hat Andrew Smith von Fuel3D, den gleichnamigen Fuel3D Scanner präsentiert und bei der Gelegenheit auch gleich ein paar 3D-Scans der Messebesucher erstellt. Zum anderen gab es endlich einen leibhaftigen Structure Sensor von Occipital. Wie auch der Fuel3D Scanner ist auch Occipital´s Structure Sensor ein überaus erfolgreiches Kickstarter Projekt, das zur Zeit mit quasi den gleichen Problemen kämpft wie alle anderen Kickstarter Projekte, nämlich mit der Fertigungs- und Lieferzeit.

Da unser Structure Sensor erst Ende Mai bei uns eintreffen soll, war ich umso glücklicher endlich mal einen live und in Farbe zu begutachten und vor allem, auszuprobieren. Die anfänglichen Befürchtungen das die Auflösung des Sensors vielleicht nicht ausreichend wäre um zum Beispiel Gesichter zu scannen, wurde uns zum Glück mit der recht mieserablen Beta-Software erklärt, die hierfür verantwortlich sei. Mit der vollwertigen Software soll es dann möglich sein, bestimmte Bereiche detaillierter zu scannen und so die Auflösung zu erhöhen.

Aber selbst mit der Beta-Software konnten schon einige gute Scans auf die Schnelle erstellt werden, wie man im Video sehen kann. Ganz einfach per Pinch & Zoom auf dem iPad den Scanbereich auswählen, auf Scan drücken und fertig. Im Prinzip so wie man es von der Kinect und Skanect kennt, nur halt mobil und wesentlich schneller.
Ich war wirklich begeistert von der einfachen Handhabung. Das Thema des mobilen 3D-Scan hat auf jedenfall eine große Zukunft, wie Apple und Google ja schon mit ihren Vorhaben unterstreichen.

Das nächste Highlight im 3D-Scan Bereich war der Fuel3D, der seine Ursprünge aus der Medizintechnik hat und eine wahnsinnige Genauigkeit besitzt. Die Technik ist im Gegensatz zum Structure Sensor eine ganz andere und beruht auf stereoskopischen Fotografien, die innerhalb einer Sekunde angefertigt werden. Anders wie beim Structure Sensor muss hier der Scanner in einer bestimmten Position gehalten und ein relativ exakter Abstand zum Objekt gehalten werden.
Hierfür wird vor oder neben dem Objekt eine kleine Kalibrierungsscheibe gelegt, um den jeweiligen Abstand zu überprüfen. Da sieht auf dem ersten Blick vielleicht erstmal umständlich aus, ist es aber wirklich nicht. Allerdings wird der Benutzer mit einer wahnsinnigen Auflösung belohnt, die sich im 0.25 Millimeterbereich befindet.

Ein Beispiel was ich sehr faszinierend fand war ein Scan eines herkömmlichen Korken. Nicht nur das die kleinen Erhebungen auf dem Korken sichtbar waren, sogar die Tinte, mit der der Korken beschriftet war, wurde als hauchdünne Erhebung dargestellt. Solch eine Genauigkeit kannte ich bislang nur von einem Artec Scanner, der aber auch ca. 13.000€ kostet (in Farbe). Der Fuel3D soll bei ca. 1200,-€ liegen und im September erhältlich sein. Beide 3D-Scanner werden u.a. von coobx.com vertrieben.

Dieses Beispiel werde ich wohl zeitnah von Fuel3D auch noch per Mail bekommen und werde es dann hier im Blog noch einmal näher beschreiben.

Neben den technischen Neuigkeiten gab es auf der Print3DFuture auch eine Vielzahl an interessanten Konferenzen und Diskussionen. Unter anderem wurde Mr. Adrian Bowyer, der Erfinder des RepRap Projektes eingeladen.

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Aber ein ganz heißes Thema war und ist des Urheberrecht im 3D-Druck. Christian Solmecke, eine Spezialist auf diesem Gebiet von der Kanzlei Wilge, Beuger, Solmecke, hatte das eindrucksvoll in seinem Vortrag geschildert. Jeder der sich mit dem 3D-Druck gewerblich beschäftigt, sollte sich das Thema Urheberrecht sehr zu Herzen nehmen.

Mit dem Thema Urheberrecht und der anschließenden Diskussion im Forum ging es dann auch schon mit der Print3DFuture zu Ende.

Abschließend bleibt mir zu sagen das der Veranstalter Überall.at mit der Print3DFuture eine sehr gelungene erste 3D-Druck und 3D-Scan Konferenz in Wien erschaffen hat, die es in der Form hoffentlich auch nächstes Jahr wieder geben wird. Kompliment auch hier an das Catering, das immer für frische Snacks, kühle(!) und heiße Getränke sorgte und stets freundlich war. Insgesamt eine wirklich sehr gelungene Veranstaltung, die wir bei einer Wiederholung definitiv wieder besuchen würden.

iGo3D

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