Die Druckdüse vom Ultimaker 2 säubern

Irgendwann wird sich jeder Besitzer eines 3D Druckers mit der Problematik einer verstopften Druckdüse (im englischen Nozzle) auseinandersetzen müssen.

Woher kommt eigentlich dieser Zustand und wie kann man ihn verhindern?
Grob gesagt kommt es zu einer Verstopfung durch angebrannte Filamentrückstände, die sich in der Heizkammer festbrennen und nicht mehr ohne weiteres zu lösen sind. Auch ein Filamentwechsel kann die Ursache sein, häufig tritt das Problem aber bei einem Wechsel von einem teilweise organischem Filament, wie LayWood oder LayBrick auf, da bei diesen Filamenten relativ grobe Pigmente enthalten sind und gern mal die Düse verstopfen.

Laut der Anleitung vom Ultimaker 2 gibt es eine einfache Methode diesen Zustand zu beheben, die sicherlich auch für andere 3D Drucker geeignet ist. Bei einem Probedruck wird lediglich das Filament für circa 10 Min. auf 260° Grad eingestellt, so sollten sich einfache Verstopfungen schon gut lösen. Es kann aber auch das Gegenteil eintreffen, so das sich die Rückstände nur noch weiter einbrennen, wenn zum Beispiel das Filament gar nicht mehr transportiert wird und es zu einem Stau in der Heizkammer kommt. So grade bei uns aktuell geschehen.
Sollte das der Fall sein und überhaupt kein Filament mehr durch die Düse kommen und es am Drucker extrem verbrannt stinkt, müssen andere Maßnahmen vorgenommen werden.

Leider gibt es in dem Fall keine universelle Lösung, auch nicht im speziellen Fall vom Ultimaker 2. Ich denke aber das man je nach Ursache schon mit recht einfachen Mitteln diese Verstopfung lösen kann. Wobei bei wirklich hartnäckigen ein Ausbau der Druckdüse unabdingbar ist.
Bei uns hat zum Glück der etwas einfacherer Weg funktioniert, den ich hier gern einmal beschreiben will.

Das noch vorhandene Filament im Schlauch (auf der Spule) sollte jetzt vollständig entfernt werden, was am einfachsten über den Menüpunkt „Filamentwechsel“ geschieht. Hier einfach die Schritte befolgen, den der Controller angibt. Natürlich nur bis zu dem Punkt wo neues Filament eingesetzt werden soll.

Dann muss der Schlauch, indem das Filament zum Druckkopf geführt wird, aus dem Extruder gezogen werden. Allerdings muss zu erst der kleine blaue (oder in manchen Fällen auch rote) hufeisenähnliche Abstandshalter entfernt werden. Dieser liegt genau auf dem schwarzen Gehäuse des Extruder. Hat man den Abstandshalter entfernt, wird der kleine weisse Plastikring ein wenig nach unten gedrückt, um den Schlauch freizugeben. Nun kann man diesen nach oben und vollständig aus den Extruder ziehen. Der Druckkopf ist jetzt nur noch mit dem Kabelstrang mit dem Drucker verbunden und die Öffnung für das Filament liegt völlig frei.

Nun wird die Heizkammer auf exakt 180°C erhitzt, das geschieht ganz einfach in den erweiterten Einstellungen vom Drucker. Ist die Temperatur exakt eingestellt, nimmt man sich ein kleines Stück Filament (ca. 10cm) und führt es bis zu einem Widerstand durch die Filamentöffnung in die Heizkammer ein. Jetzt nun wieder ins vorherige Menü vom Controller und die Temperatur auf genau 90°C einstellen. Nach ungefähr 2 Minuten kann man das Filament nun mit ein wenig Kraft aus dem Extruder rausziehen. Jetzt sollten diverse angebrannte Filamentreste an dem Ende kleben, die zuvor die Düse verstopft haben.

Die angebrannten Reste wurden so mit dem auf 180°C erhitzten Filament verschmolzen und durch die Abkühlung auf 90°C mit dem Filament verbunden, so das sie beim rausziehen mit aus der Düse entfernt werden konnten. Das herausgezogene Ende vom Filament sollte auch dementsprechend aussehen.

Diese Prozedur kann beliebig oft wiederholt werden und hat bei uns schon nach 2 Durchgängen zum Erfolg geführt. Die Düse ist vollkommen frei und das Filament kommt problemlos durch die Düse.

iGo3D

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