Desktop 3D-Scanner für hochauflösende 3D-Scans

Mit dem neuen UNIQU3 3D-Scanner vom Makerlounge 3D-Studio gibt es ab sofort eine preiswerte Variante hochauflösende 3D-Scans mit Hilfe von DSLR Kameras zu erstellen.
Im Gegensatz zum Ganzkörper 3D-Scanner des Herstellers, wird für die Desktop Variante auf die beliebten Raspberry Pi Kameras verzichtet und auf hochauflösende Spiegelreflexkameras gesetzt. Die Raspberry Pi Kameras sind in der Anzahl für einen Ganzkörper 3D-Scan, der in der Folge hauptsächlich für den 3D-Druck verwendet wird, zwar ausreichend – nicht jedoch für hochauflösende Scans, die beispielsweise im CGI Bereich eingesetzt werden könnten. Für diese Verwendungszwecke sind DSLR Kameras deutlich prädestinierter.

Der Desktop Scanner unterscheidet sich aber nicht nur in den Kameras deutlich vom großen 3D-Scanner für Menschen. Wurden bei dem großen Scanner noch die Kameras rings um den Menschen positioniert, befindet sich bei der Desktop Variante nur ein- bis maximal drei Kameras an einer fixen Position vor und über dem Objekt. Um das Objekt von jeder Seite aus zu fotografieren wird ein Drehteller verwendet, der in sehr kleinen Schritten das Objekt um die eigene Achse bewegt.
Mit bis zu 3200 Schritten kann das Objekt vollautomatisch rotiert werden und somit auch 3200 Bilder von einer Kamera oder bis zu 9600 Bilder von drei Kameras simultan erstellt werden. Das sollte für eine ausreichende Überlappung der jeweiligen Bilder reichen 😉

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Die Aufnahmen der über ein USB Kabel angeschlossenen Kameras geschehen dann vollautomatisch und werden entweder auf die interne Speicherkarte im Scanner, oder in einem angeschlossenen Speichermedium (USB-Stick) gespeichert. Jedoch sollte man berücksichtigen das bei einer Aufnahme im RAW Format schnell mal 25 Megabyte pro Bild/Kamera zusammenkommen, die dann auf den Speicherstick geschrieben werden. Im „schlimmsten“ Fall werden also 75 MB gleichzeitig auf den USB Stick geschrieben, was zu einer deutlichen Verzögerung im Workflow führt. Bei einem Scanvorgang wo beispielsweise 128 Bilder erstellt werden (oder mehr), dauert es bei dieser Speichervariante einfach zu lange. Da ist es wirklich zu empfehlen den Speicherort auf die interne SD-Karte zu verlagern um einen wesentlich schnelleren Scanvorgang zu erreichen.
Übertragen werden die Bilder dann bequem über das Web-Interface der Software auf einen vorher definierten Speicherordner im PC/Laptop.

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Die Steuerungssoftware des Scanners kommt nicht nur bekannt vor, sondern ist in der Tat eine modifizierte Version der bekannten Steuerungssoftware für den FullBody 3D-Scanner. Die Software benötigt keine Installation und wird lediglich über ein Web-Interface (Browser) angesteuert. Zum Starten der Software wird also nur die IP-Adresse des Scanners (192.168.178.100) in die Adresszeile des Browsers eingegeben und schon öffnet sich die Steuerungssoftware des Scanners.

In der Software können jegliche relevanten Einstellungen vorgenommen werden, die für den Scan erforderlich sind. Wie schon erwähnt können maximal 3200 Schritte, bzw. Bilder pro Umdrehung erstellt werden. Um nicht vor jedem Scanvorgang zu errechnen wieviel Schritte benötigt werden um beispielsweise 64 Bilder zu erstellen, gibt es vorgefertigte Templates. In den voreingestellten Templates sind eigentlich alle wichtigen Umdrehungsvariablen enthalten – sollte jedoch etwas ganz individuelles benötigt werden, können auch eigene Templates erstellt und abgespeichert werden.

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Ein weiteres, wichtiges Feature stellt die Projektion dar. Wie auch bei dem Ganzkörper Scanner gibt es immer wieder schwierige Oberflächen, die einen Scan theoretisch unmöglich machen. Ist es bei Menschen ein schwarzer Anzug, kann es bei Objekten beispielsweise eine metallische Oberfläche sein. Hier kann die Musterprojektion helfen, die auf die entsprechende Oberfläche ein Muster projiziert und für die weiterverarbeitenden Software eine enorme Hilfe ist.
Für diese Projektion kann ganz einfach an den HDMI Port des Scanners ein herkömmlicher Beamer angeschlossen werden. Bei dem Projektionsmuster stehen auch hier wieder verschiedene Templates (Bilder) zur freien Auswahl – und es besteht auch die Möglichkeit sein eigenes erstelltes Muster in die Software zu laden/zu verwenden.

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Die aufgenommenen Bilder lassen sich im Gegensatz zu einem Ganzkörper Scanner in diesem Fall auch ideal für eine weitere Sparte der Fotografie verwenden – der Produktfotografie.
Die 360° Produktfotografie erfreut sich derzeit immer mehr Beliebtheit und wird in vielen großen wie kleinen Onlineshops verwendet, um das Produkt eindrucksvoll von allen Seiten zu präsentieren. Anders wie ein 3D-Modell wird das Produkt also „nur“ von allen Seiten fotografiert und mit Hilfe einer Software zu einem „beweglichen“ Modell zusammengefügt.

Wir haben als Beispiel eine DSLR Kamera mit 64 Fotos aufgenommen und mit einem preiswerten Wordpress Plugin eine 360° Ansicht erstellt:

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    Diese Datei könnte nun in einem beliebigen Onlineshop mit Hilfe des HTSML Codes implementiert werden. Wenn man sich andere Lösungen für die 360° Produktfotografie anschaut, ist die Kombination vom Scanner mit einem 360° Plugin durchaus als sehr preiswerte Alternative zu betrachten.

    Der UNIQU3 Desktop 3D-Scanner bewegt sich preislich bei 1.990,- EUR/netto in der „Starter“ Edition und richtet sich natürlich in erster Linie an Kundschaft im Business Bereich. Für die Möglichkeiten die der Scanner bietet, einmal als hochauflösender Scanner zu fungieren und andererseits eine sehr gute Alternative als Drehteller für die 360° Produktfotografie darzustellen, ist der Preis sehr angemessen.
    Die Lieferzeit des Scanners beträgt ca. 14 Werktage und ist im offiziellen Onlineshop zu beziehen.

    Einige eindrucksvolle 3D-Beispiele sind auf dem offiziellen Sketchfab Kanal des Herstellers Makerlounge 3D-Studio zu sehen.

    iGo3D

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